Forschungen zeigen, welche Rollen am stärksten exponiert sind – und die Ergebnisse stimmen nicht immer mit den herkömmlichen Annahmen überein.

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Nicht alle Bürojobs sind gleichermaßen durch künstliche Intelligenz gefährdet. Da KI weiterhin die Wissensökonomie aushöhlt,sind die Risiken auf bestimmte Rollen konzentriert – und das Muster ist kontraintuitiv: Dienstalter und Qualifikationen bieten weniger Schutz als die Art der Arbeit selbst.
Folgendes sollte man wissen.
Der am häufigsten zitierte Rahmen zur Abbildung der KI-Exposition stammt aus einem 2023 veröffentlichten Papier von Forschern der University of Pennsylvania und OpenAI im Journal Science. Es wurde mehr als 1.000 Berufe im Vergleich zu den Fähigkeiten großer Sprachmodelle analysiert, dass ungefähr 80 % der US-Arbeiter mindestens 10 % ihrer Arbeitsaufgaben von KI betroffen sind und etwa 19 % einer Exposition von 50 % oder mehr ausgesetzt sind.
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Berufe, die am stärksten exponiert sind, teilen ein gemeinsames Profil: Sie beinhalten das Verarbeiten und Synthesieren von Texten, das Analysieren strukturierter Daten oder das Erzeugen routinemäßiger schriftlicher Ausgaben. Juristische Arbeit, Finanzanalyse, Geschäftsabläufe und Inhaltserstellung stehen an erster Stelle – nicht weil diesen Arbeitern Fähigkeiten fehlen, sondern weil ihre Kernaufgaben eng mit dem übereinstimmen, was aktuelle KI-Systeme gut können.
Eine separate Analyse von Goldman Sachs $GS schätzte, dass etwa zwei Drittel der Arbeitsplätze in den USA und Europa ein gewisses Maß an KI-Automatisierungsrisiko haben, wobei etwa ein Viertel aller Arbeiten möglicherweise vollständig automatisierbar ist. Verwaltungs- und juristische Rollen rangierten am höchsten; Berufe, die physische Manipulation, komplexe Entscheidungsfindung oder neuartige Problemlösungen erfordern, rangierten am niedrigsten.
Über große Forschungsbemühungen hinweg tauchen mehrere Kategorien konsequent auf.
Juristische Dienstleistungen – Paralegals, juristische Assistenten und Junior Associates, deren Arbeit sich auf die Dokumentenprüfung, Vertragsanalyse und juristische Recherche konzentriert – stehen an der Spitze der meisten Expositionsrankings. Anwaltskanzleien haben bereits begonnen, KI-Tools einzusetzen, die diese Aufgaben zu einem Bruchteil der Kosten erledigen.
Finanzanalyse und Buchhaltung zeigen eine ebenso hohe Exposition für Einstiegs- und mittlere Positionen. Aufgaben wie Datenabgleich, Berichtserstellung und routinemäßige Finanzmodellierung sind laut Goldman Sachs frühe Kandidaten für eine Substitution.
Inhalte- und Marketingrollen — Texter, Content-Strategen und Kommunikationskoordinatoren — sind akut gefährdet, da die Textgenerierung zu den am weitesten entwickelten aktuellen KI-Fähigkeiten zählt.
Personalwesen, insbesondere im Bereich Recruiting und Talent-Screening, rangiert ebenfalls hoch. Tools für Lebenslaufüberprüfung, Kandidatenabgleich und erste Auswahlverfahren sind bereits weit verbreitet im kommerziellen Einsatz.
Das Bild ist günstiger für Rollen, die Fachwissen mit Urteilskraft, Beziehungsmanagement oder kreativer Problemlösung kombinieren. Senior-Anwälte, Investmentbanker, die Kundenbeziehungen pflegen, und Führungskräfte, die unter Unsicherheit strategische Entscheidungen treffen, umfassen Aufgaben, die aktuelle KI schlecht bewältigt.
Die Forschung der University of Pennsylvania ergab, dass Rollen, die komplexe physische Aufgaben, Echtzeit-Situationsbewertung oder tiefes zwischenmenschliches Vertrauen erfordern, dem geringsten KI-Risiko ausgesetzt sind — eine Kategorie, die Chirurgen, Fachkräfte im Handwerk und Therapeuten neben hochrangigen Wissensarbeitern umfasst.
Der sich abzeichnende Konsens: KI-Exposition korreliert eher mit dem Aufgabenprofil als mit der Berufsbezeichnung, der Branche oder dem Qualifikationsniveau. Ein leitender Paralegal und ein Junior-Softwareingenieur können ähnliche Qualifikationen und Gehaltsbänder haben — aber ihre Gefährdung durch Verdrängung ist keineswegs ähnlich.