Am Mittwoch fielen die Ölpreise unter 100 Dollar pro Barrel, nachdem Präsident Donald Trump gesagt hatte, die USA befänden sich in den "Endphasen" der Verhandlungen mit dem Iran.
Am Nachmittag fielen die WTI-Futures um fast 6 % und erreichten 98,05 $ pro Barrel. Brent, der internationale Maßstab, verlor einen ähnlichen Betrag und wurde bei 104,92 $ pro Barrel gehandelt.
Arabische Golfstaaten hatten Trump gedrängt, von erneuten Militärschlägen gegen den Iran Abstand zu nehmen, und Anfang dieser Woche tat er dies und verwies auf die Notwendigkeit weiterer diplomatischer Bemühungen. Er hat in den letzten Wochen mehrfach optimistische Aussagen über eine mögliche Einigung getroffen, nur um die Spannungen zwischen Washington und Teheran erneut aufflammen zu lassen.
Ein arabischer Medienbericht verstärkte die Optimismus im Markt. Der arabische Medienkanal Al Hadath, wie von Investor's Business Dailyberichtete, dass Pakistans Armeechef Asim Munir für Donnerstag eine Reise in den Iran geplant hat, wo er den endgültigen Entwurf eines vorgeschlagenen US-Iran-Abkommens präsentieren wird. Pakistan hat eine Rolle bei der Vermittlung zwischen den beiden Seiten gespielt.
Der iranische Außenminister sagte am Mittwoch, dass die Verhandlungen laut Investor's Business Daily weitergehen. Seit Wochen hält die Pattsituation zwischen den beiden Ländern an, wobei Teheran die Straße von Hormus blockiert hält, während Washington seine eigene Blockade iranischer Häfen verhängt hat.
Der Preisrückgang kam trotz eines erheblichen Rückgangs der US-Rohölbestände zustande. Laut Das Wall Street Journal, zeigten EIA-Daten, dass in der Woche bis zum 15. Mai 7,9 Millionen Barrel aus kommerziellen Rohölbeständen entnommen wurden, zusammen mit einem Abbau von 9,9 Millionen Barrel aus der strategischen Ölreserve. Dennis Kissler von BOK Financial sagte dem Journal, dass der Preisrückgang selbst im Vergleich zu diesem bullischen Bestandsumfeld auf eine wachsende Überzeugung hindeutete, dass eine Art Vereinbarung in Arbeit sei, und fügte hinzu, dass der Markt anscheinend eine Einigung einpreise.
Die Straße von Hormus bleibt eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten für Öl und Gas. Regionale Vermittler und US-Beamte, die mit den Verhandlungen vertraut sind, sagten dem Wall Street Journal, dass sich Teherans Position seit den früheren Verhandlungsrunden kaum verändert habe, wobei zentrale Streitpunkte über die Straße und die nuklearen Ambitionen Irans ungelöst blieben.
Niedrigere Ölpreise belebten die US-Aktien. Unter den wichtigsten Indizes schloss der S&P 500 um 0,9 % höher, während der Nasdaq $NDAQ Composite 1,3 % zulegte.
