Neue BIP-Daten zeigen die Wirtschaft, wie sie in diesem Sommer aussah - bevor die Einstellung verlangsamt wurde, das Verbrauchervertrauen sank und der finanzielle Stress sichtbarer wurde.

Michael Nagle/Bloomberg via Getty Images
Die US-Wirtschaft erzielte ein unerwartet starkes Ergebnis im dritten Quartal dieses Jahres – Juli bis September – mit einem Wachstum, das weit über den Prognosen lag.
Wenn sich die Zahlen für viele Amerikaner nicht mit der täglichen Realität decken, liegt diese Diskrepanz größtenteils am Timing.
Hier ist, was Sie über die neuen Daten wissen sollten.
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Der rekordlange Regierungsstillstand in diesem Herbst verzögerte den Veröffentlichungsplan des Handelsministeriums, was bedeutet der BIP-Bericht der am Dienstag veröffentlicht wurde, erfasst die Wirtschaft, wie sie im Sommer aussah – bevor die Einstellungen weiter nachließen, das Verbrauchervertrauen nachließ, und der finanzielle Stress sichtbarer wurde. Die Verzögerung hilft zu erklären, warum die Daten sich fast im Widerspruch dazu anfühlen, wie viele Haushalte und Unternehmen die Bedingungen heute beschreiben könnten.
Darüber hinaus liegt ein komplizierendes Detail knapp unter der Schlagzeilenwachstumszahl und deutet darauf hin, dass die Inflationsdrucke im Quartal ebenfalls zunahmen. Die Fed's bevorzugter PCE-Inflationsmaßstab beschleunigte sich ebenfalls spürbar im Vergleich zum Vorquartal, selbst während das Wachstum zunahm. Die Unternehmensgewinne erholten sich, was darauf hindeutet, dass die Unternehmen immer noch in der Lage waren, die Margen zu schützen. Aber die Mischung aus schnellerem Wachstum, höheren Preisen und vorsichtigeren Investitionen weist auf warum der Bericht weniger beruhigend erscheint, als er aussieht. Er erfasst eine Wirtschaft, die heiß lief – wenn auch ungleichmäßig –, anstatt eine, die eine gleichmäßigere, breitere Expansion zeigt.
Seit September hat die Dynamik auf mehrere deutlich sichtbare Weise nachgelassen. Die Fahrzeugverkäufe haben aufgrund steigender Preise nachgelassen, das Beschäftigungswachstum ist ins Stocken geraten oder negativ geworden, und immer mehr Unternehmen haben auf finanziell belastete Verbraucher in Gewinnaufrufen hingewiesen. Obwohl es stimmt, dass die Wirtschaft nicht über Nacht plötzlich schwächer wurde, gehört die Stärke, die in den Zahlen des dritten Quartals reflektiert wird, dennoch zu einem früheren Moment.
Laut den Daten des Handelsministeriumswuchs das BIP im Sommer mit einer annualisierten Rate von 4,3 %, was das schnellste Wachstum in etwa zwei Jahren darstellt. Dieses Wachstum wurde hauptsächlich von den Verbrauchern getragen, deren Ausgaben im Vergleich zum zweiten Quartal deutlich gestiegen sind. Auch Exporte und staatliche Ausgaben verzeichneten Zuwächses. Unternehmensinvestitionen fielen derweil schwächer aus – ein frühes Signal dafür, dass das Vertrauen möglicherweise erschüttert war, selbst wenn das Wachstum insgesamt noch stark aussah.
Der Bericht legt nahe, dass einkommensstärkere Haushalte — gestützt durch den Bullenmarkt an den Börsen und ausgestattet mit Immobilienkapital — weiterhin einkaufen, essen, reisen, Rezepte einlösen und allgemein mehr konsumieren. Mit Vertrauen in ihr steigendes Nettovermögen können wohlhabendere Amerikaner die Inflation und hartnäckig hohe Kreditkosten abschütteln.
Haushalte mit mittlerem und niedrigerem Einkommen hingegen spüren den kumulativen Druck von Inflation, Zöllen und denselben erhöhten Zinssätzen, was ein zunehmend K-förmiges wirtschaftliches Bild verstärkt.
Diese Spaltung hilft zu erklären, warum das Wachstum insgesamt gesund erscheinen kann, obwohl die Besorgnis weit verbreitet bleibt. Starke Ausgaben an der Spitze verdecken straffere Budgets anderswo, insbesondere bei Haushalten ohne nennenswerte Beteiligung an steigenden Vermögenswerten. Kommentare aus der Luftfahrtindustrie und sogar Lebensmitteldaten alles deutet auf das gleiche Muster hin: Die Nachfrage nach Premium-Produkten hält sich bei den Spitzenverdienern, während die Suche nach günstigeren Optionen bei niedrigeren Einkommen zunimmt.
Für die politischen Entscheidungsträger erschwert das verzögerte Bild einen ohnehin schon hochriskanten und unter Druck stehenden Balanceakt. In den letzten Monaten hat die US-Notenbank die Zinssätze dreimal gesenkt angesichts von Anzeichen einer Schwäche auf dem Arbeitsmarkt, dennoch bleibt die Inflation hartnäckig über dem Ziel. Starke BIP-Zahlen könnten auf den ersten Blick ein Grund zur Vorsicht sein, während gleichzeitig schwächere Einstellungen und steigende Zahlungsausfälle das Argument für Erleichterungen stärken würden.
Mit Blick auf das so wichtige vierte Quartal und darüber hinaus erwarten Ökonomen, dass der Regierungsstillstand und anhaltender Inflationsdruck das Wachstum belasten werden.