Volkswagen-CEO Oliver Blume warnte in einem internen Memo, dass der Automobilhersteller möglicherweise zusätzlich zu den bereits vereinbarten 50.000 Arbeitsplätzen weitere 50.000 Stellen streichen muss, laut Reuters, was effektiv zum ersten Mal bestätigt, dass das Unternehmen erwägt, insgesamt bis zu 100.000 Stellen abzubauen.
Das Memo nannte eine Kostenlücke von 20% zwischen Volkswagen und vergleichbaren Wettbewerbern als Basis für die möglichen Kürzungen. Blume schrieb: "Eine theoretische Berechnung, die keine Änderung der Arbeitskosten voraussetzt, würde weltweit rund 50.000 Stellenstreichungen bedeuten." Er merkte an, dass derzeit geprüft wird, wie umfangreich solche Kürzungen tatsächlich sein müssten, wobei jede Marke, Tochtergesellschaft und Region betrachtet wird.
Das Memo folgte einem Aufsichtsratstreffen am vergangenen Donnerstag, bei dem Arbeitnehmervertreter Blumes Umstrukturierungspläne blockierten, so Reuters. Der abgelehnte Plan soll Stellenstreichungen und die mögliche Schließung von vier Werken umfasst haben. Vier bestimmte Standorte – Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm – wurden in dem Memo hervorgehoben, wobei Blume feststellte, dass tragfähige wettbewerbsfähige Nutzungen für diese Werke in den 2030er Jahren derzeit nicht bestätigt werden können. Anstatt sich auf Schließungen festzulegen, zeigte er eine Vorliebe für das, was er als "intelligente Lösungen" bezeichnete, eine Kategorie, die er zuvor als Verträge im Zusammenhang mit der Verteidigungsproduktion oder der Einführung von Volkswagen-Modellen für den chinesischen Markt in die europäische Produktion beschrieben hatte.
Volkswagen wurde Ende Juni berichtet, dass bis zu 100.000 Stellenstreichungen insgesamt in Betracht gezogen werden. und die Schließung von vier deutschen Werken in Betracht gezogen wird, was das umfassendste Umstrukturierungsvorhaben in der Geschichte des Automobilherstellers darstellen würde. Eine Gewerkschaftsvereinbarung, die Ende 2024 erreicht wurde, hatte das Unternehmen bereits dazu verpflichtet, bis 2030 rund 50.000 Stellen abzubauen, wobei bis zum Juni-Hauptversammlung des Unternehmens bereits Abgangsvereinbarungen für mehr als 28.000 Mitarbeiter bei Volkswagen, Audi, Porsche und der Software-Einheit CARIAD unterzeichnet wurden.
Letzten Donnerstag hat Volkswagen auch einen Restrukturierungsplan skizziert, der die Modellpalette um bis zu die Hälfte reduzieren und die globale Produktionskapazität auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr senken würde, gegenüber etwa 12 Millionen vor der Pandemie. Das Unternehmen hat zu diesem Zeitpunkt keine spezifischen Stellenstreichungen oder Werksschließungen angekündigt. Die Volkswagen-Aktie hat seit Anfang 2026 mehr als 30 % ihres Wertes eingebüßt.
