Aber zumindest befand SpaceX sich in seinem natürlichen Umfeld. Boeings Raumfahrtabteilung hatte noch noch noch noch einen großen Festpreisauftrag an den Zuschlag gewonnen. Die Führungskräfte waren es gewohnt, in einem Cost-Plus-Umfeld zu operieren, in dem Boeing der Regierung alle seine Ausgaben in Rechnung stellen und dafür eine Gebühr verdienen konnte. Kostenüberschreitungen und Verzögerungen waren nicht das Problem des Unternehmens, sondern das der NASA. Nun musste Boeing ein flugfähiges Raumschiff zu einem festen Festpreis liefern.
Boeing hatte Schwierigkeiten, sich an dieses Umfeld anzupassen. Bei komplizierten Weltraumprojekten war Boeing daran gewöhnt, das Geld anderer Leute auszugeben. Nun bedeutete jeder Cent, der für Starliner ausgegeben wurde, einen Cent weniger Gewinn (oder letztendlich höhere Verluste). Das bedeutete, dass Boeing für Starliner weniger Ressourcen bereitstellte, als das Unternehmen zum Gedeihen benötigte.
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Bei einem Festpreisvertrag wird ein Unternehmen bezahlt, wenn es bestimmte Meilensteine erreicht. Sie möchten eine Softwareüberprüfung abschließen? Sie erhalten eine Zahlung. Sie möchten der NASA beweisen, dass Sie eine Raumfahrzeugkomponente gebaut haben, wie Sie es versprochen haben? Sie erhalten eine Zahlung. Diese Art von Vertragsstruktur bietet Managern natürlich einen Anreiz, Meilensteine zu erreichen.
Das Problem besteht darin, dass ein Unternehmen zwar etwas unternimmt, das eine Zahlung freigibt, die dazu gehörige Arbeit jedoch nicht abgeschlossen sein muss. Das ist ein bisschen so wie Studenten, die während des Semesters Hausaufgaben abschreiben. Sie schreiben gute Noten aber haben nicht alle erforderlichen Lerninhalte gelernt, um den Stoff zu verstehen. Das wird erst während der Abschlussprüfung im Unterricht en entdeckt. Im Wesen hat Boeing also immer weiter technische Schulden vorgetragen, so dass zusätzliche Arbeit auf die letzten Meilensteine aufgeschlagen wurde.
Boeing ist, wie wir alle kürzlich gesehen haben, kein Luftfahrtunternehmen mehr – es ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, die Art von Geschäft, die man bekommt, wenn MBAs, die auf „Effizienz“ versessen sind, die Ingenieure ablösen. Diese Denkweise passte nicht gut zu einem Regierungsauftrag, und die sogenannten „Effizienten“ haben nie geholfen. Ars Technica fährt fort: