Generative AI-Tools liefern inkonsistente Empfehlungen zur persönlichen Finanzplanung und in einigen Fällen unterschiedliche Ratschläge, je nachdem, welche Rasse oder welches Geschlecht in einem Prompt beschrieben wird, so eine neue Studie.
Die Studie, veröffentlicht letzten Monat im Journal of Financial Planning, testete sieben weit verbreitete GenAI-Plattformen — ChatGPT, Claude, Copilot, DeepSeek, Gemini, Meta $META AI und Perplexity — in drei finanziellen Haushaltsszenarien: wie viel in Notfallrücklagen gehalten werden sollte, welche Entnahmerate im Ruhestand verwendet werden sollte und wie ein Anlageportfolio zugewiesen werden sollte. Die Forscher reichten dann dieselben Prompts erneut ein, wobei nur die Rasse und das Geschlecht des Haushaltsvorstands geändert wurden.
Die Autoren — Finanzprofessoren Swarn Chatterjee und Brenda J. Cude von der University of Georgia und Gianni Nicolini von der Universität Rom Tor Vergata — stellten fest, dass die Notfallrücklagenempfehlungen je nach Plattform zwischen 19.500 und 37.500 Dollar lagen, ein Unterschied, der statistisch signifikant war. Auch die Anleitungen zur Portfolioallokation variierten stark, insbesondere in den Kategorien Aktien, Bargeld und alternativen Anlagen.
Die Empfehlungen für den Rentenentzug waren einheitlicher, wobei sich die meisten Werkzeuge an der traditionellen 4-Prozent-Regel orientierten, obwohl zwei Plattformen eine Entnahmerate von 5 Prozent für einige demografische Profile vorschlugen, während sie für andere 4 Prozent empfahlen.
Zur Frage der demografischen Voreingenommenheit produzierten einige Plattformen identische Empfehlungen, unabhängig davon, ob der Haushalt als von einem weißen Mann, einer weißen Frau oder einem afroamerikanischen Mann geführt beschrieben wurde. Andere nicht. DeepSeek beispielsweise empfahl deutlich höhere Aktien-, Bargeld- und alternative Anlageallokationen für weiße männliche und weibliche Haushalte als für afroamerikanische männliche Haushalte, während dem afroamerikanischen männlichen Haushalt eine Anleihenallokation von 75 Prozent zugewiesen wurde, verglichen mit 30 Prozent für die anderen beiden Gruppen. Meta AI schlug die höchste Aktienallokation für den afroamerikanischen männlichen Haushalt und die höchste Anleihenallokation für den weißen weiblichen Haushalt vor.
Die Forscher stellten fest, dass GenAI-Tools "nicht wirklich denken, schlussfolgern oder verstehen" die Informationen, die sie erzeugen, und dass selbst geringfügige Unterschiede in der Formulierung einer Frage die Ausgabe erheblich verändern können. Die Studie äußerte auch Bedenken über das Fehlen jeglicher treuhänderischer Verpflichtung dieser Werkzeuge, was bedeutet, dass Benutzer keine rechtliche Garantie haben, dass die Beratung ihren besten Interessen dient. "GenAI-gesteuerte Antworten können selbstbewusst klingen, aber dennoch unvollständig, irreführend oder falsch sein", schrieben sie.
Die Ergebnisse sind relevant, da KI-Tools eine größere Rolle in der persönlichen Finanzplanung übernehmen. ChatGPT hat persönliche Finanztools eingeführt mit denen Nutzer Bankkonten direkt verbinden und Anleitungen erhalten können, während US-Bankenaufsichtsbehörden damit begonnen haben, zu überprüfen, wie Finanzinstitute KI einsetzen in höheren Risikofunktionen.
Letztendlich kamen die Forscher zu dem Schluss, dass GenAI zwar Verbrauchern helfen kann, finanzielle Fragen zu klären, es aber kein Ersatz für den Rat eines zertifizierten Fachmanns ist. Jede Plattform wurde über ihre kostenlose Stufe getestet, wobei alle Eingaben innerhalb der gleichen Woche im August 2025 eingereicht wurden.
