Eine ihrer Kundinnen hatte ihre Brieftasche im Auto liegen lassen. Sie befolgte die umständlichen Anweisungen der Frau, um sie zurückzugeben, und fuhr über zwei Stunden zu zwei weit voneinander entfernten Orten. Verärgert öffnete Barbosa irgendwann die Brieftasche. Sie sah sich den Führerschein der Frau an, blond mit blauen Augen. Ba Barbosa machte ein Foto. Sie dachte, die Frau würde ihr vielleicht ein Trinkgeld geben oder zumindest „Danke“ sagen, weil sie zwei unbezahlte Stunden damit verschwendet hatte, ihr einen Gefallen zu tun. Stattdessen war die Frau unhöflich und kurz angebunden und gab Barbosa den Schubs, den sie erwartet hatte. „Ich sagte: ‚Ja, jetzt werde ich das hier benutzen.‘“
In den nächsten Wochen klickte sie sich durch den Onboarding-Prozess für Fahrer bei Uber $UBER und Lyft $LYFT, las die Schritte zur Erstellung ihres eigenen Kontos durch und wägte das Risiko ab. Schließlich, als sie in der Weihnachtsnacht, der ersten, die sie ohne ihre Familie verbrachte, im Bett lag, war es soweit: Sie öffnete ihr Telefon und scrollte zu der Seite der blonden Frau. s-Führerschein. Barbosa lud den Führerschein in die Uber-App hoch. Sie verwendete den Namen der Frau, aber ihre eigene Versicherung und Zulassung. Sie gab ihre eigene iCloud-E-Mail-Adresse und Telefonnummer ein und stellte ihr eigenes Bild – braune Haare, braune Augen – in das Fahrerprofil ein. Sie dachte sich eine Sozialversicherungsnummer aus, reichte den Antrag ein und ging schlafen.
Am nächsten Tag genehmigte Uber das Konto. Und Barbosa konnte sich selbstständig machen.
Ziemlich bald gab Barbosa das Autofahren ganz auf. Sie konzentrierte sich darauf, neue Konten zu eröffnen und diese Konten für Gig-Apps wie Uber, DoorDash und Lyft an andere Einwanderer zu vermieten. Sie nutzte die enormen Sicherheitslücken der Apps, um ihr Schwarzmarktgeschäft aufzubauen, und blieb dabei flexibel genug, um den Betrug zwei Jahre lang am Laufen zu halten. Barbosa schätzt, dass sie in dieser Zeit fast 1,4 Millionen Dollar eingenommen hat.