In ihrer Antwort auf die Klage schrieben die Anwälte von Boeing, dass die Geschichte von Zunums Untergang lediglich die eines typischen gescheiterten Start-ups sei.
„Ein ehrgeiziges Start-up hat seine Grenzen überschritten und die Investoren sind abgehauen“, heißt es in der Unterlagen von Boeing. „Was zunächst wie eine interessante Investitionsaussicht aussah, die ein neues Hybrid- oder Elektroflugzeug versprach, entwickelte sich für Boeing zu einem Verlust.“
Anstatt ein eigenes Hybrid-Elektro-Design zu entwickeln, habe Boeing nach eigenen Angaben lediglich ein „konzeptionelles Modell“ entwickelt – ein Tool, mit dem Boeing die Machbarkeit des Flugzeugtyps beurteilte, den Zunum bauen wollte.
Aus diesem Modell zog man den Schluss, dass „Elektroflugzeuge für kommerzielle Passagierflüge in naher Zukunft wahrscheinlich nicht wirtschaftlich sein werden“.
Boeing sagte, andere potenzielle Zunum-Investoren seien zu derselben Schlussfolgerung gekommen. Das Unternehmen bezeichnete die Klage als „Zunums jüngsten Versuch, Boeing noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.“
Die Jury sprach Zunum 81 Millionen Dollar Schadenersatz zu. Der US-Bezirksrichter James Robart könnte entscheiden, diesen Betrag zu verdreifachen. Boeing ist mit diesem Fall noch nicht fertig. In einer Erklärung erklärte das Unternehmen, es werde alle möglichen Einwände gegen das Urteil erheben. Es könnte Jahre dauern, bis alles gesagt und getan ist. Boeing ist noch immer mit einer Strafanzeige konfrontiert über die beiden Abstürze der 737 Max.