Shein erhielt am Freitag die Genehmigung der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde für einen Börsengang in Hongkong und überwand damit ein großes Hindernis in seinem jahrelangen Bestreben, an die Börse zu gehen. Das Unternehmen plant, im Rahmen des Angebots 341,6 Millionen H-Aktien auszugeben, so die chinesische Wertpapieraufsichtsbehörde.
Ein Börsengang könnte bereits im dritten Quartal dieses Jahres zustande kommen, wobei das Unternehmen eine Bewertung von 40 bis 50 Milliarden US-Dollar anstrebt, laut The Wall Street Journal. Shein soll am Donnerstag vor dem Zulassungsausschuss der Hongkonger Börse auftreten, laut Reuters. Die Genehmigung des Zulassungsausschusses würde den Weg für Roadshows und den Bookbuilding-Prozess öffnen.
Die regulatorische Zustimmung am Freitag beendete eine ungefähr zwölfmonatige Wartezeit, die begann, als Shein im vergangenen Juli stillschweigend seinen Antrag auf Börsennotierung in Hongkong einreichte. Trotz der Verlegung seines Firmensitzes nach Singapur unterlag Shein weiterhin der chinesischen Aufsicht, da der Großteil seiner Waren von Vertragsfabriken auf dem chinesischen Festland produziert wird.
Sheins Weg an die Börse wurde durch geopolitische Spannungen erschwert. Ein Antrag auf eine US-Notierung im November 2023 verlief letztendlich im Sand, da die Prüfung vom Capitol Hill und die Überprüfung durch die Bundesbehörden der Beschaffungs- und Arbeitsbilanz des Unternehmens unüberwindlich waren. London war das nächste Ziel, und während die Financial Conduct Authority einen Entwurf des Prospekts genehmigte, verweigerte Peking erneut die notwendige Genehmigung, laut Reuters.
Laut Nikkei Asia, Pekings Vorsicht gegenüber Shein rührte von einer Kombination von Faktoren her: einem zerstörerischen Skandal in Frankreich, dokumentierten Bedenken über die Bedingungen in den Zulieferfabriken und der sich verschärfenden Reibung über chinesische Waren auf westlichen Märkten. Der Rückzug von zollfreier Behandlung für Waren mit geringem Wert aus China, zusammen mit neuen US-Zöllen, verschärfte die Belastung für Sheins grenzüberschreitenden Einzelhandelsbetrieb, laut dem Wall Street Journal.
Gegründet von Sky Xu in Nanjing im Jahr 2012, verkauft Shein Kleidung in mehr als 160 Ländern. Eine Finanzierungsrunde 2023 bewertete Shein mit etwa 66 Milliarden Dollar, aber anhaltende Rivalität mit Plattformen wie Temu und ein schwieriges geopolitisches Umfeld haben diesen Betrag seither verringert. Für Hongkongs Aktienmärkte würde ein erfolgreicher Shein-Börsengang die Wiederbelebung der Stadt als erstklassiges globales Ziel für neue Notierungen unterstreichen.
